Katzenschrei-Syndrom (Lejeune-Syndrom, Cri-du-chat-Syndrom, 5p-Syndrom)
Ursache ist eine Veränderung der Struktur von Chromosom 5, dessen kurzer Arm ("p") verloren geht oder auf ein anderes Chromosom übertragen wird und daher nicht mehr abgelesen werden kann. Auslöser sind nicht bekannt. Es kommt zu einer Reihe von Fehlbildungen, deren namensgebendes Merkmal die katzenschreiartigen Rufe sind, welche die Betroffenen im Kleinkindalter ausstoßen. Weitere Anzeichen sind Herzfehler, körperliche und geistige Entwicklungsstörungen sowie Fehlbildungen des Schädels. So haben die Patienten häufig einen kleinen Kopf, ein rundes Gesicht mit weit auseinander stehenden Augen und eine schräge Lippenspalte. Die körperlichen Auffälligkeiten und Beschwerden sind operativ korrigierbar. Die geistige Entwicklung lässt sich durch eine frühzeitige Förderung günstig beeinflussen.
Kauda (Cauda, Schweif, Schwanz)
Ausläufer eines Organs oder einer anderen Körperstruktur. Der Arzt versteht unter der Kauda insbesondere die Cauda equina, das schweifförmige Nervenbündel am Ende des Rückenmarks.
kaudal, caudalis
Steißwärts, das heißt in Richtung auf das Steißbein, gelegen.
Kaudalanästhesie
Einspritzen eines Lokalanästhetikums in den Wirbelkanal auf Höhe der fünf untersten Wirbel. Der Patient ist dadurch vorübergehend unempfindlich für Schmerzen am Anus und der Scheide. Dadurch hat sich die Kaudalanästhesie besonders in der Geburtshilfe bewährt.
Kausalgie (Brennschmerz)
Brennender Dauerschmerz an geschädigten Nerven. Als Auslöser genügt oft schon eine leichte Berührung, ein Kälte- oder Hitzereiz.
Kausystem (Kauorgan)
Alle am Kauvorgang beteiligten Körperstrukturen. Hierzu zählen neben den Zähnen und dem Zahnhalteapparat auch die Kiefergelenke, die Kaumuskeln und bestimmte Gehirnregionen.
Kauterisation
Abtöten von lebendem Gewebe mit Feuer, elektrischem Strom oder Ätzmittel. Früher behandelten Hautärzte so einige Hautkrankheiten. Heute ist die Kauterisation nur noch in der Operationstechnik gebräuchlich – zum Beispiel um Blutungen zu stillen.
Kava-Kompressionssyndrom
Druck der schwangeren Gebärmutter auf die untere Hohlvene. Die Hohlvene leitet das von den Organen kommende, sauerstoffarme zum rechten Herzvorhof zurück. Vom rechten Herzen gelangt das Blut zur Lunge und fließt von dort mit Sauerstoff angereichert zu den Organen. Ist die Hohlvene jedoch blockiert, verbleibt das Blut im Venensystem. Mutter und Kind fehlt es dadurch nicht nur an Blut sondern auch an Sauerstoff. Beim Ungeborenen gefährdet der Sauerstoffmangel vor allem das Gehirn. Der Organismus der Mutter versucht den Mangel auszugleichen, indem er die Atmung und den Puls hochfährt. Gleichzeitig leidet die Schwangere unter Schwindel, Übelkeit und Atemnot. Meist verschlechtern sich die Beschwerden, wenn die Schwangere in Rückenlage die Hohlvene abdrückt.
Kavakatheter
Röhrenförmiges, medizinisches Instrument, das der Arzt über Venen an Hals, Arm oder Ellenbogenbeuge durch die Hohlvene bis hin zum rechten Vorhof schiebt. Über den Kavakatheter misst er den Blutdruck in der Hohlvene und dem rechte Herzvorhof (zentraler Venendruck) oder leitet Röntgenkontrastmittel sowie Infusionslösungen ein.
Kaverne
Hohlraum, der durch Einschmelzen von Lungengewebe bei einer Tuberkulose entsteht. Die Kavernen enthalten so genannten verkästes Gewebe und oft auch noch die Erreger der Tuberkulose. Brechen Kavernen auf, spricht man von einer offenen Tuberkulose.