Melkerknoten
Äußeres Anzeichen einer Infektion mit Kuhpocken, die durch das Parapoxvirus verursacht wird. Es infizieren sich Personen, die direkten Kontakt mit infizierten Kühen haben. Es handelt sich also um eine typische Berufskrankheit. Die Viren treten über kleinere Hautverletzungen vom Euter der Kuh auf die Hände über. Um die Eintrittstelle bilden sich kirschgroße, halbkugelige, blaurote Knoten, die nach sechs bis acht Wochen ohne Narbenbildung spontan wieder abheilen.
Melkersson-Rosenthal-Syndrom
Granulomatöse Entzündung von Gesicht und Mundraum. Die Betroffenen weisen eine Lippenschwellung auf (Cheilitis granulomatosa), eine Faltenzunge (Lingua plicata) und eine Fazialisparese. Außerdem finden sich oft Geschwüre und Aphthen an der Schleimhaut von Wangen und Lippen. Das Melkersson-Rosenthal-Syndrom befällt vor allem junge Erwachsene, die Ursache ist unbekannt. Manchmal besteht gleichzeitig ein Morbus Crohn oder eine Sarkoidose. Der Arzt lindert die Beschwerden mit Kortison, Antiphlogistika oder Immunsuppressiva.
Melonenbaum (Carica papaya)
Tropische Staude aus der Familie der Melonengewächse. Aus der Frucht des Melonenbaums, der Papaya, wird das Enzym Papain gewonnen. Es wirkt entzündungs- und schmerzhemmend. Die großen, siebenlappigen Blätter gelten traditionell als Beruhigungs- und Wurmmittel.
Membran
Häutchen, Schicht.
- Häutchen, die Körperzellen umschließen. Membranen sind nur für bestimmte Stoffe durchlässig. Das Trommelfell schützt als Membran das Ohr vor dem Eindringen von Schmutz oder Krankheitserregern und übermittelt Geräusche in Form von Schwingungen an die Gehörknöchelchen.
- Häutchen, die in Folge krankhafter Prozesse entstehen. Eine krankhaft aufgeblähte Lunge (Lungenemphysem) überzieht sich mit einem Häutchen aus Knorpel.
Mendel-Mantoux-Test
Nachweis von Tuberkulose. Der Arzt injiziert Tuberculine, die Absonderungen der Tbc-Bakterien. Bei einer bestehenden Tuberkuloseinfektion, reagiert die Haut mit einer örtlichen Rötung und Schwellung.
Meningeosis leucaemica
Einwandern entarteter roter oder weißer Blutkörperchen in die Hirnhäute bei einer Leukämie. Dadurch steigt der Hirndruck und es zeigen sich ähnliche Symptome wie bei einer Hirnhautentzündung. Der Arzt bestrahlt den Schädel des Patienten und spritzt das Chemotherapeutikum Methotrexat in die Hirnhäute.
Meningismus (meningeales Reizsyndrom)
Kombination mehrerer Symptome, die infolge einer Hirnhautentzündung (Meningitis) oder einer Schädelblutung (Subduralblutung, Subarachnoidalblutung) auftreten können. Die Patienten reagieren empfindlich auf Lichtreize und Geräusche, klagen über Kopfschmerzen, erbrechen und können den Kopf nicht nach vorne neigen. Bei Verdacht auf einen Meningismus ist sofort ein Arzt aufzusuchen.
Meningokokkensepsis
Überschwemmung des Blutes mit Meningokokken und ihren Abfallprodukten. Betroffen sind vor allem Kleinkinder und Säuglinge. Sie entwickeln die typischen Symptome einer Blutvergiftung. Sie bekommen hohes Fieber, der Puls steigt und Leber und Milz schwellen an. Im schlimmsten Fall entwickeln sie das Waterhouse-Friderichsen-Syndrom. Der Körper bildet so lange Blutgerinnsel bis alle Gerinnungsfaktoren aufgebraucht sind (Verbrauchskoagulopathie). Blutungen können nicht mehr gestillt werden, sodass bereits kleine Wunden zu großen Blutverlusten führen. Aus den geschädigten Blutgefäßen entweicht Blut: Die inneren Organe beginnen spontan zu bluten und es bilden sich Blutblasen oder rot-violette Flecken (Petechien) auf der Haut. Augrund des großen Blutverlusts droht den Patienten schon bald ein lebensbedrohlicher Kreislaufschock (Volumenmangelschock). Sie müssen auf der Intensivstation überwacht werden und bekommen hoch dosierte Antibiotika.
Meningomyelitis (Myelomeningitis, Meningitis spinalis)
Entzündung des Rückenmarks (Myelitis) und der Rückenmarkshäute. Auslöser einer Meningomyelitis können Bakterien und Viren sein. Die Betroffenen leiden unter Rückenschmerzen, Lähmungserscheinungen und Gefühlsstörungen.
Meningoradikulitis
Gleichzeitig auftretende Entzündung der Rückenmarkshäute und der Spinalnervenwurzeln, die das Rückenmark verlassen. Meistens ist die Erkrankung eine Begleiterscheinung der Borreliose oder des Guillain-Barré-Syndroms. Seltener entsteht eine Meningoradikulitis, wenn eine Hirnhautentzündung (Meningitis) auf das Rückenmark übergreift. Die Betroffenen leiden unter Taubheitsgefühl und Lähmungserscheinungen und haben Rückenschmerzen, die in Arme und Beine ausstrahlen.